Gemeindeverwaltung Otelfingen |
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Bien venus MessieurI
Vielleicht klingt diese altmodische Begrüssung etwas zu elegant für das Dorf. Aber so ist zu lesen an der Fassade eines der vielen schmucken Bauten an der Vorderdorfstrasse, dem ehemaligen so genannten „Herrenrestaurant" des Klosters Wettingen.
Wenn der Männerchor heute die „schöne Winzerin" besingt, dann gilt dies sicher auch der Otelfingerin. Bekannter ist jedoch der „Otelfinger", ein guter Zürcher Landwein, der an den Südhängen der Lägern reift. Seit 1964 bestellen die Sänger eine Rebparzelle. Das gibt dann die Weinflaschen mit dem seltenen Etikett „Männerchörler".
Bereits im 18. Jahrhundert waren der Reb- und Ackerbau bedeutungsvoll. Dank der Landwirtschaft entwickelte sich Otelfingen damals zu einem der reichsten Dörfer der Gegend. Der Otelfinger Dorfkern, der an alten Profanbauten wohl reichste des Bezirks Dielsdorf, ist sehr gut enthalten. Nicht umsonst steht das Ortsbild unter kantonalem Schutz. Die stattlichen Riegelbauten, meist mit in Ost/Westrichtung orientiertem Giebel säumen den offenen Bachlauf. Im Zentrum steht die Unter Mühle, auch alte Mühle genannt mit dem charakterischen Treppengiebel, der markanteste Altbau der Gemeinde. Der ehemalige Mühleraum dient als kleines privates Kulturzentrum, in dem regelmässig bekannte Interpreten der klassischen Musikszene auftreten.
Die Kirche wurde 1607 an der Stelle einer mittelalterlichen Kapelle erbaut. Ursprünglich schmücke ein Käsbissendach den Kirchturm. Der konstruktiv anspruchsvolle und vielleicht etwas stilwidrige Glockenhelm wurde 1843 errichtet. Die damaligen Bauherrn sollen sehr stolz gewesen sein, und sie wollten beweisen, dass Otelfingen mindestens so wichtig sei wie die Stadt Zürich mit ihrem Grossmünster.
Funde aus der Bronze- und Römerzeit weisen darauf hin, dass die Gegend schon früher besiedelt war. Der Name Otelfingen wurde im 11. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt. Das Otelfinger Wappentier, der silberne Wildeber auf schwarzem Grund, ein Sinnbild der Kraft, ist ein Geschlechterzeichen aus früherer Zeit.
Ende des vorletzten Jahrhunderts mit dem Bahnbau begann auch die Industrialisierung. Heute ist Otelfingen eine typische Agglomerationsgemeinde mit einem halbstädtischen Industriegebiet. Durch die wunderschöne grosse Golfanlage im Rietholz ist Otelfingen heute auch zur Golfgemeinde geworden.

